{"id":2041,"date":"2026-05-16T17:09:12","date_gmt":"2026-05-16T15:09:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.med-sta.at\/?p=2041"},"modified":"2026-05-25T19:08:53","modified_gmt":"2026-05-25T17:08:53","slug":"primary-care-launch-patient-safety","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.med-sta.at\/en\/pve-sicher-starten-patient-safety-award-2025\/","title":{"rendered":"Launching a primary care centre safely: lessons from the Austrian Patient Safety Award 2025"},"content":{"rendered":"<p><strong>Autor:<\/strong> Dr. Michael Weldi, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Med-STA GmbH<\/p>\n<p>Eine neue Prim\u00e4rversorgungseinheit geht in Betrieb. Die R\u00e4ume sind fertig, die IT ist eingerichtet, die Dienstpl\u00e4ne stehen. Am ersten Vormittag klingelt das Telefon durchgehend, im Wartebereich sitzen Patient:innen mit sehr unterschiedlichen Anliegen, parallel m\u00fcssen Rezepte, Befunde, Akutf\u00e4lle, Pflegefragen, administrative Abl\u00e4ufe und interne Abstimmungen funktionieren.<\/p>\n<p>In solchen Situationen zeigt sich, ob eine PVE nur formal er\u00f6ffnet wurde \u2014 oder ob sie als Versorgungssystem wirklich vorbereitet ist.<\/p>\n<p>Der Austrian Patient Safety Award 2025 macht diesen Unterschied sichtbar. Ausgezeichnet wurde in der Kategorie Prim\u00e4rversorgung das Projekt \u201eLean-gest\u00fctzter Inbetriebnahmeprozess mit HRO-Ansatz f\u00fcr Prim\u00e4rversorgungseinheiten \u2013 Sicherheit durch Struktur&#8220; der PVE Diakonissen M\u00fcrzzuschlag in Zusammenarbeit mit Med-STA.<sup class=\"fn\"><a href=\"#quelle-1\">[1]<\/a><\/sup> Der Titel klingt technisch. Die dahinterliegende Botschaft ist konkret: Patient:innensicherheit beginnt nicht erst nach dem Start einer PVE. Sie beginnt in der Art, wie Prozesse, Rollen, R\u00e4ume, Kommunikation und Notfallwege vor dem ersten Betriebstag entwickelt, getestet und verbessert werden.<\/p>\n<h2>Warum die Startphase einer PVE besonders sensibel ist<\/h2>\n<p>Prim\u00e4rversorgungseinheiten sind ein zentraler Baustein im \u00f6sterreichischen Gesundheitssystem. Die Zahl der PVE steigt, und der weitere Ausbau ist gesundheitspolitisch ausdr\u00fccklich vorgesehen.<sup class=\"fn\"><a href=\"#quelle-2\">[2]<\/a><a href=\"#quelle-3\">[3]<\/a><\/sup> Damit entstehen neue Teams, neue Organisationsformen, neue Schnittstellen und neue Versorgungsprozesse.<\/p>\n<p>Das ist eine gro\u00dfe Chance. Gleichzeitig ist die Gr\u00fcndungs- und Inbetriebnahmephase eine Phase erh\u00f6hter organisatorischer Verwundbarkeit. Viele Beteiligte arbeiten erstmals in dieser konkreten Zusammensetzung. Zust\u00e4ndigkeiten sind noch nicht selbstverst\u00e4ndlich. Wege durch das Haus sind neu. IT-Systeme, Telefonie, Terminlogik, Befundmanagement, Medikationsprozesse und Akutabl\u00e4ufe m\u00fcssen nicht nur geplant, sondern im Alltag tats\u00e4chlich beherrscht werden.<\/p>\n<p>Internationale Patientensicherheitsliteratur beschreibt f\u00fcr die Prim\u00e4rversorgung wiederkehrende Risikofelder: diagnostische Verz\u00f6gerungen, Medikationsfehler, Kommunikationsprobleme, mangelhafte \u00dcbergaben, fehlendes Follow-up von Befunden sowie administrative und organisatorische Fehler.<sup class=\"fn\"><a href=\"#quelle-4\">[4]<\/a><\/sup> Diese Risiken entstehen selten aus Gleichg\u00fcltigkeit. H\u00e4ufig entstehen sie dort, wo ein engagiertes Team unter Zeitdruck mit unklaren Abl\u00e4ufen arbeiten muss.<\/p>\n<p>Der Start einer PVE ist deshalb kein rein administratives Projekt. Er ist ein klinisches Sicherheitsprojekt.<\/p>\n<h2>Patient:innensicherheit entsteht nicht durch gute Absicht allein<\/h2>\n<p>Teams im Gesundheitswesen wollen sicher arbeiten. Das reicht aber nicht. Sicherheit entsteht nicht automatisch aus Motivation, Erfahrung oder pers\u00f6nlicher Sorgfalt. Sie braucht Strukturen, die gutes Arbeiten wahrscheinlicher machen \u2014 und Fehler fr\u00fcher sichtbar werden lassen.<\/p>\n<p>Die WHO betont im Global Patient Safety Action Plan 2021\u20132030, dass Patientensicherheit als Systemaufgabe verstanden werden muss.<sup class=\"fn\"><a href=\"#quelle-5\">[5]<\/a><\/sup> Die \u00f6sterreichische Patient:innensicherheitsstrategie 3.0 formuliert das Ziel, lernende, resiliente Organisationen zu f\u00f6rdern.<sup class=\"fn\"><a href=\"#quelle-6\">[6]<\/a><\/sup> F\u00fcr eine PVE bedeutet das praktisch: Es gen\u00fcgt nicht, eine Ordinationsstruktur auf mehrere Berufsgruppen und l\u00e4ngere \u00d6ffnungszeiten zu vergr\u00f6\u00dfern. Eine PVE braucht ein gemeinsames Betriebsmodell.<\/p>\n<p>Dazu geh\u00f6ren klare Rollen in Routine- und Akutsituationen, definierte Kommunikationswege, nachvollziehbare Verantwortlichkeiten f\u00fcr Befunde und R\u00fcckrufe, sichere Medikationsprozesse, abgestimmte Notfall- und Eskalationswege, praktikable \u00dcbergaben zwischen Berufsgruppen und regelm\u00e4\u00dfige Lernschleifen nach dem Start.<\/p>\n<p>Viele dieser Punkte wirken banal, solange nichts passiert. Kritisch werden sie, wenn mehrere Dinge gleichzeitig auftreten: ein dringlicher Patient:innenkontakt, ein unvollst\u00e4ndiger Befund, eine R\u00fcckfrage der Pflege, ein Telefonat mit Angeh\u00f6rigen, ein IT-Problem und ein Teammitglied, das noch nicht wei\u00df, wer jetzt entscheidet.<\/p>\n<h2>Was der Austrian Patient Safety Award 2025 sichtbar macht<\/h2>\n<p>Der Austrian Patient Safety Award wird von der Plattform Patient:innensicherheit vergeben und zeichnet Projekte aus, die Patient:innensicherheit nachhaltig verbessern sollen.<sup class=\"fn\"><a href=\"#quelle-7\">[7]<\/a><\/sup> Beim pr\u00e4mierten PVE-Projekt steht nicht ein einzelnes Schulungsformat im Mittelpunkt, sondern die strukturierte Inbetriebnahme einer Versorgungseinheit.<\/p>\n<p>Die offizielle Beschreibung nennt dabei mehrere Elemente: Lean-Methoden, Simulation, interprofessionelle Beteiligung, ein HRO-Ansatz sowie die Verbesserung von Prozessklarheit, Patient:innensicherheit und Mitarbeiter:innenzufriedenheit.<sup class=\"fn\"><a href=\"#quelle-1\">[1]<\/a><\/sup><\/p>\n<p>Wichtig ist: Daraus sollte man keine allgemeine Wirksamkeitsbehauptung ableiten, die \u00fcber das dokumentierte Projekt hinausgeht. Der Award zeigt kein randomisiertes Studiendesign und ersetzt keine Versorgungsforschung. Er zeigt aber ein plausibles, ausgezeichnetes Praxisbeispiel daf\u00fcr, wie ein PVE-Start sicherheitsorientiert vorbereitet werden kann.<\/p>\n<p>Darin liegt der Wert f\u00fcr andere Gr\u00fcndungen: Nicht jede PVE muss denselben Weg gehen. Aber jede PVE sollte sich dieselbe Grundfrage stellen \u2014 welche Risiken entstehen bei uns durch neue R\u00e4ume, neue Rollen, neue Schnittstellen und neue Abl\u00e4ufe? Und wie testen wir diese Risiken, bevor sie Patient:innen betreffen?<\/p>\n<h2>Lean, HRO und Simulation: Drei Perspektiven auf denselben Start<\/h2>\n<p>Die Begriffe Lean, HRO und Simulation werden im Gesundheitswesen manchmal inflation\u00e4r verwendet. F\u00fcr eine PVE sind sie dann sinnvoll, wenn sie nicht als Schlagworte, sondern als Werkzeuge verstanden werden.<\/p>\n<p><strong>Lean<\/strong> hilft, Abl\u00e4ufe aus Sicht der Patient:innen und des Teams zu betrachten: Wo entstehen Wartezeiten? Wo fehlen Informationen? Wo werden Wege doppelt gegangen? Wo gibt es unn\u00f6tige \u00dcbergaben oder Medienbr\u00fcche? Im Kontext einer PVE geht es dabei nicht um \u201eschneller um jeden Preis&#8220;, sondern um klarere, stabilere und sicherere Prozesse.<\/p>\n<p>Wie Lean und Simulation im Krankenhaus systematisch verbunden werden k\u00f6nnen, beschreibt unser Artikel <a href=\"https:\/\/www.med-sta.at\/lean-krankenhaus-simulation\/\">Lean im Krankenhaus \u2013 warum Simulation der fehlende Baustein ist<\/a>.<\/p>\n<p><strong>HRO<\/strong> steht f\u00fcr High Reliability Organization. Gemeint sind Organisationen, die in komplexen und risikoreichen Umgebungen besonders aufmerksam mit Abweichungen, Unsicherheit und Fehlerhinweisen umgehen. Die direkte Evidenz f\u00fcr HRO-Implementierungen ist je nach Setting unterschiedlich, und der Begriff sollte nicht \u00fcberverkauft werden. Sinnvoll ist aber der dahinterliegende Sicherheitsgedanke: Teams sollen schwache Signale ernst nehmen, Verantwortung kl\u00e4ren, Expertise nutzen und aus Beinahe-Fehlern lernen.<sup class=\"fn\"><a href=\"#quelle-8\">[8]<\/a><a href=\"#quelle-9\">[9]<\/a><\/sup><\/p>\n<p><strong>Simulation<\/strong> macht geplante Abl\u00e4ufe erlebbar. Sie zeigt, ob ein Prozess nur auf Papier funktioniert oder auch unter realistischen Bedingungen. <a href=\"https:\/\/www.med-sta.at\/in-situ-simulation-vs-simulationszentrum\/\">In-situ-Simulation<\/a> \u2014 also Training in der echten Arbeitsumgebung \u2014 wird in der Literatur auch genutzt, um sogenannte latent safety threats sichtbar zu machen: verborgene Systemrisiken, die im Alltag erst unter Belastung auffallen w\u00fcrden.<sup class=\"fn\"><a href=\"#quelle-10\">[10]<\/a><a href=\"#quelle-11\">[11]<\/a><\/sup><\/p>\n<p>F\u00fcr eine neue PVE ist dieser Gedanke besonders relevant. Viele Risiken sind vor dem Start nicht offensichtlich. Ein Notfallrucksack kann formal vorhanden sein, aber am falschen Ort stehen. Ein Alarmweg kann definiert sein, aber im Team nicht bekannt sein. Ein \u00dcbergabeprozess kann beschrieben sein, aber im Tagesbetrieb zu Informationsverlust f\u00fchren. Eine Telefontriage kann geplant sein, aber bei hohem Anrufvolumen an Grenzen sto\u00dfen.<\/p>\n<h2>F\u00fcnf praktische Lehren f\u00fcr eine PVE-Inbetriebnahme<\/h2>\n<h3>1. Prozesse vor dem Start nicht nur beschreiben, sondern durchspielen<\/h3>\n<p>Ein Prozesshandbuch ist wichtig. Es ist aber kein Beweis daf\u00fcr, dass ein Prozess funktioniert. Gr\u00fcnder:innen sollten kritische Kernprozesse vor dem Go-live praktisch testen: Patient:innenaufnahme, Akutkontakt, Labor- und Befundr\u00fccklauf, Medikations\u00e4nderungen, Hausbesuche, Telefontriage, \u00dcbergabe zwischen Berufsgruppen und Eskalation bei Verschlechterung.<\/p>\n<p>Dabei geht es nicht um perfekte Inszenierung. Es geht um die ehrliche Frage: Was passiert wirklich, wenn mehrere Anforderungen gleichzeitig auftreten?<\/p>\n<h3>2. Rollen explizit kl\u00e4ren \u2014 besonders f\u00fcr Ausnahmesituationen<\/h3>\n<p>In neuen Teams wird oft zu viel vorausgesetzt. Wer entscheidet bei einem medizinischen Akutfall? Wer ruft die Rettung? Wer begleitet Patient:innen? Wer dokumentiert? Wer informiert Angeh\u00f6rige? Wer \u00fcbernimmt die restlichen wartenden Patient:innen?<\/p>\n<p>Solche Fragen sollten nicht erst im Ernstfall beantwortet werden. Sie geh\u00f6ren in die Vorbereitung. Interprofessionelle PVE-Teams profitieren davon, wenn Rollen, Verantwortlichkeiten und Entscheidungswege klar benannt und gemeinsam trainiert werden.<\/p>\n<h3>3. Schnittstellen als Risikozonen behandeln<\/h3>\n<p>Patient:innensicherheit in der Prim\u00e4rversorgung h\u00e4ngt stark an Schnittstellen: \u00dcberg\u00e4nge zwischen \u00c4rzt:innen, Pflege, Ordinationsassistenz, Sozialarbeit, Therapie, externen Fach\u00e4rzt:innen, Spit\u00e4lern, Rettungsdienst, Laboren und Apotheken.<\/p>\n<p>Die WHO-Unterlagen zur sicheren Prim\u00e4rversorgung betonen unter anderem Human Factors, Ausbildung, Medikation, Diagnostik und \u00dcberg\u00e4nge als relevante Sicherheitsfelder.<sup class=\"fn\"><a href=\"#quelle-12\">[12]<\/a><\/sup> F\u00fcr PVE bedeutet das: Schnittstellen brauchen klare Verantwortlichkeiten, R\u00fcckmeldewege und Nachverfolgung.<\/p>\n<h3>4. Patient:innen und Angeh\u00f6rige als Sicherheitsressource einbinden<\/h3>\n<p>Patient:innen sind nicht nur Empf\u00e4nger:innen von Versorgung. Sie k\u00f6nnen aktiv zur Sicherheit beitragen, wenn Informationen verst\u00e4ndlich, Zust\u00e4ndigkeiten klar und R\u00fcckfragen willkommen sind. Die AHRQ beschreibt Patient:innen- und Familienbeteiligung in der Prim\u00e4rversorgung als wichtigen Baustein f\u00fcr sicherere Abl\u00e4ufe, etwa bei Medikation, Kommunikation und Follow-up.<sup class=\"fn\"><a href=\"#quelle-13\">[13]<\/a><\/sup><\/p>\n<p>F\u00fcr eine PVE kann das sehr konkret hei\u00dfen: klare Informationen zu Erreichbarkeit, Akutwegen, Befundr\u00fcckmeldung, Medikationslisten und Zust\u00e4ndigkeiten. Je weniger Patient:innen raten m\u00fcssen, desto geringer ist das Risiko f\u00fcr gef\u00e4hrliche Missverst\u00e4ndnisse.<\/p>\n<h3>5. Lernen nach dem Start fest einplanen<\/h3>\n<p>Ein sicherer PVE-Start endet nicht mit der Er\u00f6ffnung. Die ersten Wochen zeigen, welche Annahmen realistisch waren und welche nicht. Deshalb braucht es strukturierte Nachbesprechungen, kurze Feedbackschleifen, Verantwortlichkeiten f\u00fcr Verbesserungsma\u00dfnahmen und die Bereitschaft, Abl\u00e4ufe nachzusch\u00e4rfen.<\/p>\n<p>Die Simulationsliteratur weist darauf hin, dass das Erkennen latenter Sicherheitsrisiken allein nicht gen\u00fcgt. Ob erkannte Risiken dokumentiert, priorisiert, bearbeitet und nachverfolgt werden, macht den Unterschied.<sup class=\"fn\"><a href=\"#quelle-14\">[14]<\/a><\/sup> F\u00fcr Gr\u00fcnder:innen hei\u00dft das: Wer testet, muss auch umsetzen. Sonst bleibt Simulation ein gutes Erlebnis, aber kein Sicherheitsinstrument.<\/p>\n<h2>Was gesundheitspolitisch daraus folgt<\/h2>\n<p>Der Ausbau der Prim\u00e4rversorgung in \u00d6sterreich ist nicht nur eine Frage der Anzahl neuer Einheiten. Es kommt auch darauf an, wie diese Einheiten in Betrieb gehen. Wenn PVE als tragende S\u00e4ule der Versorgung gedacht sind, dann muss ihre Gr\u00fcndung nicht nur rechtlich, finanziell und baulich unterst\u00fctzt werden, sondern auch organisatorisch und sicherheitsfachlich.<\/p>\n<p>Die Plattform Prim\u00e4rversorgung bietet mit Gr\u00fcndungshandbuch, PVE-Accelerator und Mentoring bereits wichtige Unterst\u00fctzungsstrukturen.<sup class=\"fn\"><a href=\"#quelle-15\">[15]<\/a><a href=\"#quelle-16\">[16]<\/a><a href=\"#quelle-17\">[17]<\/a><\/sup> Der Patient Safety Award 2025 erg\u00e4nzt diese Perspektive um einen sicherheitspraktischen Punkt: Zwischen Planung und Regelbetrieb liegt eine kritische Phase, die professionell gestaltet werden sollte.<\/p>\n<p>Gesundheitspolitisch bedeutet das: Qualit\u00e4t entsteht nicht erst durch sp\u00e4tere Kontrolle. Qualit\u00e4t entsteht bereits in der Inbetriebnahme. F\u00f6rderlogik, Beratung, Mentoring und Qualit\u00e4tssicherung sollten deshalb auch die Frage ber\u00fccksichtigen, ob neue Teams ihre Kernprozesse, Kommunikationswege und Notfallabl\u00e4ufe realit\u00e4tsnah vorbereitet haben.<\/p>\n<h2>Was das f\u00fcr Med-STA fachlich bedeutet<\/h2>\n<p>Der Bezug zu Med-STA ergibt sich hier nicht aus Werbung, sondern aus dem Thema selbst. Med-STA arbeitet dort, wo Patient:innensicherheit, Prozessentwicklung, Simulation und reale Arbeitsumgebung zusammenkommen. Das Prinzip \u201eTrain where you work&#8220; ist f\u00fcr PVE relevant, weil viele Risiken nicht im Seminarraum entstehen, sondern im tats\u00e4chlichen Zusammenspiel von Raum, Team, Material, Kommunikation und Zeitdruck.<\/p>\n<p>Das <a href=\"https:\/\/www.med-sta.at\/pve-startup-paket\/\">PVE Startup-Paket<\/a> greift diese Logik auf: Es unterst\u00fctzt Teams dabei, Abl\u00e4ufe, Rollen, Schnittstellen und kritische Situationen vor und w\u00e4hrend der Inbetriebnahme strukturiert zu bearbeiten. Erg\u00e4nzend k\u00f6nnen <a href=\"https:\/\/www.med-sta.at\/simlean360\/\">SimLean360\u00b0<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.med-sta.at\/consulting-und-prozessentwicklung\/\">Consulting &amp; Prozessentwicklung<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.med-sta.at\/strukturierte-notfalltrainings\/\">strukturierte Notfalltrainings<\/a> oder <a href=\"https:\/\/www.med-sta.at\/simulations-teamtraining\/\">Simulations-Teamtrainings<\/a> dort sinnvoll sein, wo eine PVE ihre Prozesse testen, Notfallwege trainieren oder bereits gestartete Abl\u00e4ufe weiterentwickeln m\u00f6chte.<\/p>\n<p>Ein Training allein macht keine Organisation sicher. Es kommt auf die Verbindung aus Vorbereitung, realit\u00e4tsnahem Testen, Debriefing, Prozessanpassung und konsequenter Umsetzung an. Wie das bei Notf\u00e4llen in der Ordination aussieht, beschreibt unser Artikel <a href=\"https:\/\/www.med-sta.at\/notfall-ordination-vorbereitung\/\">Der Notfall in der Ordination: Warum Vorbereitung wichtiger ist als Routine<\/a>.<\/p>\n<h2>Fazit: Sicher starten ist eine F\u00fchrungsaufgabe<\/h2>\n<p>Eine PVE sicher zu starten bedeutet mehr, als R\u00e4ume zu er\u00f6ffnen und Dienstpl\u00e4ne zu f\u00fcllen. Es bedeutet, ein neues Versorgungssystem so vorzubereiten, dass Patient:innen, Angeh\u00f6rige und Mitarbeiter:innen von Beginn an m\u00f6glichst klare, stabile und lernf\u00e4hige Abl\u00e4ufe vorfinden.<\/p>\n<p>Der Austrian Patient Safety Award 2025 zeigt an einem konkreten \u00f6sterreichischen Beispiel, dass die Inbetriebnahme selbst als Patient:innensicherheitsprojekt verstanden werden kann. F\u00fcr Gr\u00fcnder:innen ist das eine praktische Einladung: Nicht erst reagieren, wenn die ersten Probleme auftreten. Sondern kritische Prozesse vorher sichtbar machen, gemeinsam trainieren und strukturiert verbessern.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Gesundheitspolitik ist es eine ebenso klare Botschaft: Der Ausbau der Prim\u00e4rversorgung braucht nicht nur mehr Standorte. Er braucht sichere Starts.<\/p>\n<h2>Quellen<\/h2>\n<ol class=\"quellen\">\n<li id=\"quelle-1\">Plattform Patient:innensicherheit. Austrian Patient Safety Award 2025 \u2013 Gewinner:innen \/ Kategorie Prim\u00e4rversorgung. Projekt: \u201eLean-gest\u00fctzter Inbetriebnahmeprozess mit HRO-Ansatz f\u00fcr Prim\u00e4rversorgungseinheiten \u2013 Sicherheit durch Struktur&#8220;, PVE Diakonissen M\u00fcrzzuschlag &amp; Med-STA. <a href=\"https:\/\/plattformpatientensicherheit.at\/patientensicherheit-apsa-2025-gewinner.php\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">plattformpatientensicherheit.at<\/a><\/li>\n<li id=\"quelle-2\">Plattform Prim\u00e4rversorgung. PVE Entwicklung in \u00d6sterreich. <a href=\"https:\/\/primaerversorgung.gv.at\/pve-entwicklung-oesterreich\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">primaerversorgung.gv.at<\/a><\/li>\n<li id=\"quelle-3\">Plattform Prim\u00e4rversorgung. Planung von PVE. <a href=\"https:\/\/primaerversorgung.gv.at\/planung-von-pve\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">primaerversorgung.gv.at<\/a><\/li>\n<li id=\"quelle-4\">Panesar SS, deSilva D, Carson-Stevens A, et al. How safe is primary care? A systematic review. <em>BMJ Quality &amp; Safety<\/em>. 2016;25:544\u2013553. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1136\/bmjqs-2015-004178\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">doi:10.1136\/bmjqs-2015-004178<\/a><\/li>\n<li id=\"quelle-5\">World Health Organization. Global Patient Safety Action Plan 2021\u20132030. WHO, 2021. <a href=\"https:\/\/www.who.int\/publications\/i\/item\/9789240032705\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">who.int<\/a><\/li>\n<li id=\"quelle-6\">Bundesministerium f\u00fcr Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz. Patient:innensicherheitsstrategie 3.0. <a href=\"https:\/\/www.sozialministerium.gv.at\/Themen\/Gesundheit\/Gesundheitssystem\/Gesundheitssystem-und-Qualitaetssicherung\/Patient-innensicherheit-und-Patient-inneninformationen\/Patientensicherheitsstrategie-3.0.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">sozialministerium.gv.at<\/a><\/li>\n<li id=\"quelle-7\">Plattform Patient:innensicherheit. Austrian Patient Safety Award 2025. <a href=\"https:\/\/plattformpatientensicherheit.at\/patientensicherheit-apsa-2025.php\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">plattformpatientensicherheit.at<\/a><\/li>\n<li id=\"quelle-8\">Agency for Healthcare Research and Quality \/ Patient Safety Network. High Reliability. <a href=\"https:\/\/psnet.ahrq.gov\/primer\/high-reliability\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">psnet.ahrq.gov<\/a><\/li>\n<li id=\"quelle-9\">O&#8217;Leary D, et al. High reliability organizations in health care: scoping review. <em>PLOS Global Public Health<\/em>. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1371\/journal.pgph.0006181\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">doi:10.1371\/journal.pgph.0006181<\/a><\/li>\n<li id=\"quelle-10\">Lounsbury O, et al. The use of healthcare simulation to identify and address latent safety threats: a scoping review. <em>Frontiers in Health Services<\/em>. 2025;5:1682629. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.3389\/frhs.2025.1682629\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">doi:10.3389\/frhs.2025.1682629<\/a><\/li>\n<li id=\"quelle-11\">The Joint Commission Journal on Quality and Patient Safety. Using In Situ Simulation to Identify Latent Safety Threats Prior to the Opening of a Novel Patient Care Space. 2025. <a href=\"https:\/\/www.jointcommissionjournal.com\/article\/S1553-7250(25)00090-X\/fulltext\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">jointcommissionjournal.com<\/a><\/li>\n<li id=\"quelle-12\">World Health Organization. Safer Primary Care. <a href=\"https:\/\/www.who.int\/teams\/integrated-health-services\/quality-of-care-and-patient-safety\/patient-safety-guidance-and-tools\/safer-primary-care\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">who.int<\/a><\/li>\n<li id=\"quelle-13\">Agency for Healthcare Research and Quality. Guide to Improving Patient Safety in Primary Care Settings by Engaging Patients and Families. <a href=\"https:\/\/www.ahrq.gov\/patient-safety\/reports\/engage.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">ahrq.gov<\/a><\/li>\n<li id=\"quelle-14\">Advances in Simulation. Resolving latent safety threats. 2025. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1186\/s41077-025-00401-y\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">doi:10.1186\/s41077-025-00401-y<\/a><\/li>\n<li id=\"quelle-15\">Plattform Prim\u00e4rversorgung. Besser starten: Der PVE-Accelerator. <a href=\"https:\/\/primaerversorgung.gv.at\/besser-starten-der-pve-accelerator\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">primaerversorgung.gv.at<\/a><\/li>\n<li id=\"quelle-16\">Plattform Prim\u00e4rversorgung. Besser starten mit dem PVE-Mentoring. <a href=\"https:\/\/primaerversorgung.gv.at\/besser-starten-mit-dem-pve-mentoring\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">primaerversorgung.gv.at<\/a><\/li>\n<li id=\"quelle-17\">Plattform Prim\u00e4rversorgung. 10 Schritte zur Gr\u00fcndung einer PVE. <a href=\"https:\/\/primaerversorgung.gv.at\/10-schritte-zur-gruendung-einer-pve\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">primaerversorgung.gv.at<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Five practical lessons for primary care centre founders: safer processes, clear roles and a well-prepared launch, informed by the Austrian Patient Safety Award 2025.<\/p>","protected":false},"author":1,"featured_media":2036,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[20],"tags":[47,28,48,21,53,25,50,52,49,51],"class_list":["post-2041","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-patientinnensicherheit","tag-austrian-patient-safety-award","tag-debriefing","tag-hro","tag-in-situ-simulation","tag-lean-healthcare","tag-patientensicherheit","tag-primaerversorgungseinheit","tag-prozessentwicklung","tag-pve","tag-pve-gruendung"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.med-sta.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2041","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.med-sta.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.med-sta.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.med-sta.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.med-sta.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2041"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.med-sta.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2041\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2330,"href":"https:\/\/www.med-sta.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2041\/revisions\/2330"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.med-sta.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/2036"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.med-sta.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2041"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.med-sta.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2041"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.med-sta.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2041"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}