{"id":2021,"date":"2026-05-16T10:12:13","date_gmt":"2026-05-16T08:12:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.med-sta.at\/?p=2021"},"modified":"2026-05-25T19:07:06","modified_gmt":"2026-05-25T17:07:06","slug":"in-situ-simulation-vs-simulation-centre","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.med-sta.at\/en\/in-situ-simulation-vs-simulationszentrum\/","title":{"rendered":"In-situ simulation or a simulation centre: choosing the right setting"},"content":{"rendered":"<p><strong>Autor:<\/strong> Dr. Michael Weldi, MSc MBA, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Med-STA GmbH<\/p>\n<p>Eine Patientin liegt im CT. W\u00e4hrend der Untersuchung wird sie unruhig, ringt nach Luft, die S\u00e4ttigung f\u00e4llt. Innerhalb weniger Sekunden wird aus Atemnot Zyanose. Das CT-Team ruft Hilfe, das Medical Emergency Team ist alarmiert. Kurz vor dessen Eintreffen verliert die Patientin das Bewusstsein. Jetzt muss dort reanimiert werden, wo niemand gerne reanimiert: zwischen CT-Tisch, Konsole, engen Wegen, unklarem Materialzugang \u2014 und einem Team, das pl\u00f6tzlich au\u00dferhalb seiner Routine handeln muss.<\/p>\n<p>Das Szenario ist medizinisch nicht ungew\u00f6hnlich. Organisatorisch ist es deutlich komplexer, als es im Kursraum wirkt.<\/p>\n<p>Hier zeigt sich der Unterschied zwischen Simulation als Lernmethode und Simulation als Sicherheitsinstrument. Ein Simulationszentrum kann Wissen, Fertigkeiten und Teamkommunikation hervorragend trainieren. In-situ-Simulation geht weiter: Sie bringt das Training dorthin, wo kritische Situationen tats\u00e4chlich stattfinden \u2014 mit dem Team, das dort arbeitet, der Ausstattung, die dort steht, den Wegen, die dort existieren, und den St\u00f6rungen, die dort auftreten.<sup class=\"fn\"><a href=\"#quelle-1\">[1]<\/a><\/sup><\/p>\n<p>F\u00fcr Klinikleitungen, \u00e4rztliche Direktion, Pflegedirektion, Qualit\u00e4tsmanagement und Verantwortliche f\u00fcr Patientensicherheit ist die Unterscheidung zwischen den beiden Formaten keine akademische Frage. Die praktische Frage lautet: Wo bewirkt Simulation im Alltag am meisten?<\/p>\n<h2>Was In-situ-Simulation bedeutet<\/h2>\n<p>In-situ-Simulation hei\u00dft: Das Training findet direkt in der realen Arbeitsumgebung statt. Nicht im Simulationszentrum, sondern auf der Station, im Schockraum, im OP, in der Ambulanz, im Krei\u00dfsaal, auf der Intensivstation oder in der <a href=\"https:\/\/www.med-sta.at\/notfalltraining-fuer-ordinationen\/\">Ordination<\/a>.<sup class=\"fn\"><a href=\"#quelle-1\">[1]<\/a><\/sup><\/p>\n<p>Das ist mehr als eine r\u00e4umliche Verlagerung. Die Simulation macht das reale Versorgungssystem sichtbar \u2014 mit allem, was dazugeh\u00f6rt.<\/p>\n<p>Wer \u00fcbernimmt F\u00fchrung? Wo steht welches Material? Funktionieren Rollenverteilung und \u00dcbergaben unter Zeitdruck? Sind Alarmierungswege allen Berufsgruppen bekannt? Gibt es Schnittstellen, die im Alltag funktionieren, aber im Notfall br\u00fcchig werden?<\/p>\n<p>Im Simulationszentrum lassen sich solche Fragen nur eingeschr\u00e4nkt beantworten. Dort wird ein klinisches Setting nachgebildet. In-situ-Simulation pr\u00fcft das echte Setting.<sup class=\"fn\"><a href=\"#quelle-2\">[2]<\/a><\/sup><\/p>\n<h2>Warum Simulationszentren trotzdem ihren Platz haben<\/h2>\n<p>Ein fairer Vergleich muss das sagen: Simulationszentren sind f\u00fcr bestimmte Ziele nach wie vor gut geeignet. Standardisierte Ausbildung, wiederholtes \u00dcben technischer Fertigkeiten, gesch\u00fctzte Erstexposition, Arbeit mit komplexen Simulatoren \u2014 all das funktioniert im Zentrum oft besser oder zumindest einfacher.<sup class=\"fn\"><a href=\"#quelle-2\">[2]<\/a><\/sup><\/p>\n<p>F\u00fcr Anf\u00e4nger, f\u00fcr invasive Prozeduren oder f\u00fcr hochstandardisierte Kursformate wie <a href=\"https:\/\/www.med-sta.at\/strukturierte-notfalltrainings\/\">strukturierte Notfalltrainings<\/a> kann das Simulationszentrum didaktisch sinnvoll und organisatorisch effizienter sein.<\/p>\n<p>Die Frage ist also nicht \u201eSimulationszentrum schlecht, In-situ gut&#8220;. Das w\u00e4re zu einfach.<\/p>\n<p>Die bessere Frage: Welches Ziel soll erreicht werden? Geht es um Wissensvermittlung und einzelne Skills, kann das Zentrum passen. Geht es darum, echte Teams und reale Prozesse zu verbessern, spricht vieles f\u00fcr In-situ-Simulation.<sup class=\"fn\"><a href=\"#quelle-2\">[2]<\/a><\/sup><\/p>\n<h2>Das reale System wird Teil des Trainings<\/h2>\n<p>Kritische Ereignisse in der Medizin entstehen selten, weil eine einzelne Person etwas nicht wei\u00df. H\u00e4ufiger wirken mehrere Faktoren zusammen: unklare Zust\u00e4ndigkeiten, Kommunikationsabbr\u00fcche, fehlendes Material, r\u00e4umliche Engstellen, parallele Aufgaben, implizite Annahmen.<sup class=\"fn\"><a href=\"#quelle-3\">[3]<\/a><\/sup><\/p>\n<p>Diese Faktoren bleiben unsichtbar, solange man au\u00dferhalb des Systems trainiert. In-situ-Simulation macht sie sichtbar.<\/p>\n<p>Ein Team stellt fest, dass der Defibrillator zwar da ist, aber nicht alle wissen, wo. Dass die interne Alarmierung nicht allen Berufsgruppen gel\u00e4ufig ist. Dass ein Medikament verf\u00fcgbar ist, aber die Dosierungshilfe fehlt. Dass der \u00dcbergabepunkt zwischen Station und Intensivteam nicht klar definiert ist. Oder dass ein neues Raumkonzept im Alltag funktioniert, bei einem Notfall aber Engstellen erzeugt.<\/p>\n<p>Das sind keine Trainingsfehler. Das sind Systeminformationen.<\/p>\n<p>In-situ-Simulation trainiert nicht nur Menschen. Sie testet das Zusammenspiel aus Menschen, Umgebung, Material, Prozessen und Organisation.<sup class=\"fn\"><a href=\"#quelle-3\">[3]<\/a><\/sup><\/p>\n<h2>Latente Sicherheitsrisiken erkennen, bevor sie Schaden anrichten<\/h2>\n<p>In der Fachliteratur gibt es daf\u00fcr den Begriff \u201elatent safety threats&#8220; \u2014 versteckte Schwachstellen im System, die im Alltag unauff\u00e4llig bleiben, unter Belastung aber Probleme verursachen k\u00f6nnen.<sup class=\"fn\"><a href=\"#quelle-3\">[3]<\/a><\/sup><\/p>\n<p>Fehlendes oder falsch gelagertes Material. Unklare Verantwortlichkeiten. Nicht standardisierte Alarmierungswege. Technische Barrieren. Uneindeutige \u00dcbergabeprozesse.<\/p>\n<p>In-situ-Simulation kann solche Risiken sichtbar machen, bevor sie bei echten Patientinnen und Patienten relevant werden.<sup class=\"fn\"><a href=\"#quelle-3\">[3]<\/a><\/sup><\/p>\n<p>Besonders wertvoll ist das bei Umbauten, neuen Bereichen, Prozess\u00e4nderungen oder neu zusammengestellten Teams. Ein Ablauf kann in der Besprechung logisch klingen. Ob er unter Zeitdruck, mit mehreren Berufsgruppen und im konkreten Raum tats\u00e4chlich funktioniert, zeigt sich erst im simulierten Echtbetrieb.<sup class=\"fn\"><a href=\"#quelle-7\">[7]<\/a><\/sup><\/p>\n<p>F\u00fcr F\u00fchrungskr\u00e4fte ein wichtiger Perspektivwechsel: In-situ-Simulation ist nicht nur Fortbildung. Sie ist ein Werkzeug der klinischen Organisationsdiagnostik.<sup class=\"fn\"><a href=\"#quelle-7\">[7]<\/a><\/sup><\/p>\n<h2>Was die Evidenz sagt \u2014 und wo sie an Grenzen st\u00f6\u00dft<\/h2>\n<p>Die Studienlage spricht insgesamt f\u00fcr einen Nutzen von In-situ-Simulation, vor allem wenn sie in strukturierte Trainings- und Qualit\u00e4tsprogramme eingebettet ist. Reviews beschreiben positive Effekte auf kliniknahe Abl\u00e4ufe, Teamleistung und das Erkennen latenter Sicherheitsrisiken.<sup class=\"fn\"><a href=\"#quelle-4\">[4]<\/a><\/sup><\/p>\n<p>Gleichzeitig w\u00e4re es unseri\u00f6s zu behaupten, In-situ-Simulation sei in jeder Hinsicht \u00fcberlegen. Direkte Vergleichsstudien zeigen bei Wissen und beobachteter Teamleistung teils \u00e4hnliche Ergebnisse. In einer randomisierten Studie aus der Geburtshilfe und An\u00e4sthesiologie f\u00fchrten In-situ- und Off-site-Simulation zu vergleichbaren individuellen und Team-Outcomes. Die In-situ-Gruppe erlebte das Training allerdings als authentischer, und qualitative Daten legen nahe, dass der organisationale Lerneffekt im realen Umfeld st\u00e4rker sein kann.<sup class=\"fn\"><a href=\"#quelle-5\">[5]<\/a><a href=\"#quelle-6\">[6]<\/a><\/sup><\/p>\n<p>Die St\u00e4rke der In-situ-Simulation liegt also weniger darin, dass Teilnehmende nachher im Wissenstest besser abschneiden. Sie liegt dort, wo Simulation \u00fcber individuelles Lernen hinausgeht: beim Transfer in die Praxis, beim Aufdecken von Systemschw\u00e4chen und beim Training realer Teams unter realen Bedingungen.<sup class=\"fn\"><a href=\"#quelle-2\">[2]<\/a><\/sup><\/p>\n<h2>Teamarbeit entsteht im Arbeitskontext<\/h2>\n<p>Notf\u00e4lle sind Teamsituationen \u2014 Reanimationen, Schockraumversorgung, geburtshilfliche Notf\u00e4lle, Atemwegsprobleme, kritische Verlegungen, perioperative Komplikationen.<\/p>\n<p>In solchen Situationen reicht es nicht, wenn alle fachlich kompetent sind. Es kommt darauf an, ob das Team rasch ein gemeinsames Lagebild entwickelt, Rollen kl\u00e4rt, Priorit\u00e4ten setzt, Informationen laut und eindeutig teilt, Eskalation rechtzeitig ausl\u00f6st und nach Standards handelt.<sup class=\"fn\"><a href=\"#quelle-8\">[8]<\/a><\/sup><\/p>\n<p>In der Fachsprache hei\u00dft das: nichttechnische Fertigkeiten. Kommunikation, Leadership, Situationsbewusstsein, Entscheidungsfindung, Teamkoordination.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.med-sta.at\/simulations-teamtraining\/\">Simulations-Teamtraining<\/a> in situ hat hier einen Vorteil, weil das reale Team im realen Kontext trainiert. Das ist n\u00e4her an der tats\u00e4chlichen Versorgungssituation als eine zusammengew\u00fcrfelte Gruppe in einem externen Kursraum.<sup class=\"fn\"><a href=\"#quelle-2\">[2]<\/a><\/sup><\/p>\n<p>Gerade f\u00fcr eingespielte Teams kann das aufschlussreich sein. Eingespielte Teams haben nicht nur St\u00e4rken, sondern auch blinde Flecken. Vieles funktioniert unausgesprochen \u2014 bis neue Kolleginnen und Kollegen, seltene Ereignisse oder ungewohnte St\u00f6rungen dazukommen.<\/p>\n<h2>Simulation allein l\u00f6st kein Problem<\/h2>\n<p>In-situ-Simulation ist kein Selbstl\u00e4ufer.<\/p>\n<p>Schlecht vorbereitet kann sie Teams verunsichern, Abl\u00e4ufe st\u00f6ren oder nur oberfl\u00e4chliche Erkenntnisse liefern. Wirksam wird sie erst mit klaren Lern- und Systemzielen, einem guten Prebriefing, psychologischer Sicherheit, definierten Stop-Regeln, einem sauberen Debriefing und einer klaren Trennung zwischen Lernen und Bewerten.<sup class=\"fn\"><a href=\"#quelle-9\">[9]<\/a><\/sup><\/p>\n<p>Mindestens genauso wichtig ist, was danach passiert. Wenn eine Simulation ein Sicherheitsrisiko aufdeckt, muss klar sein, wer es aufnimmt, bewertet, priorisiert und bearbeitet. Ohne das entsteht Frustration: Das Team erkennt Probleme, aber die Organisation ver\u00e4ndert nichts.<sup class=\"fn\"><a href=\"#quelle-10\">[10]<\/a><\/sup><\/p>\n<p>Die Literatur zeigt genau diese Grenze auf. In-situ-Simulation kann latente Sicherheitsrisiken gut sichtbar machen. Ob sie anschlie\u00dfend gel\u00f6st werden, h\u00e4ngt von Governance, F\u00fchrung und Ressourcen ab.<sup class=\"fn\"><a href=\"#quelle-10\">[10]<\/a><\/sup><\/p>\n<p>Oder kurz: Simulation findet im Raum statt. Verbesserung findet in der Organisation statt.<\/p>\n<h2>Wann In-situ-Simulation besonders sinnvoll ist<\/h2>\n<p>Besonders geeignet ist In-situ-Simulation, wenn die reale Arbeitsumgebung einen wesentlichen Einfluss auf die Versorgungsqualit\u00e4t hat.<sup class=\"fn\"><a href=\"#quelle-2\">[2]<\/a><\/sup> Das betrifft zum Beispiel Schockraum- und Notaufnahmesettings, OP- und An\u00e4sthesieteams, Intensivstationen, geburtshilfliche Notf\u00e4lle, p\u00e4diatrische und neonatologische Akutsituationen, <a href=\"https:\/\/www.med-sta.at\/ecmo-simulations-teamtraining\/\">ECMO- und Hochrisikoversorgung<\/a>, Ambulanzen, Tageskliniken, <a href=\"https:\/\/www.med-sta.at\/notfalltraining-fuer-ordinationen\/\">Ordinationen<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.med-sta.at\/pve-startup-paket\/\">Prim\u00e4rversorgungseinheiten<\/a>.<br \/>\nWie der sichere Start einer PVE konkret aussehen kann, zeigt unser Artikel <a href=\"https:\/\/www.med-sta.at\/pve-sicher-starten-patient-safety-award-2025\/\">PVE sicher starten \u2013 Lehren aus dem Austrian Patient Safety Award 2025<\/a>.<\/p>\n<p>Auch bei Schnittstellen zwischen Berufsgruppen oder Abteilungen, bei neuen R\u00e4umen, neuen Versorgungskonzepten oder nach gr\u00f6\u00dferen Umstrukturierungen kann In-situ-Simulation kl\u00e4ren, ob das System unter Belastung h\u00e4lt.<br \/>\nWarum ECMO-Training mehr als technische Skills braucht, beschreibt unser Artikel <a href=\"https:\/\/www.med-sta.at\/ecmo-training-teamkompetenz\/\">ECMO-Training: Warum technische Skills allein nicht reichen<\/a>.<\/p>\n<h2>Was Kliniken vor der Einf\u00fchrung kl\u00e4ren sollten<\/h2>\n<p>Wer In-situ-Simulation strategisch einsetzen will, braucht Antworten auf ein paar Fragen: Welche klinischen Risiken sollen adressiert werden? Geht es um Training, Systempr\u00fcfung oder beides? Welche Berufsgruppen m\u00fcssen dabei sein? Welche F\u00fchrungsebene muss eingebunden werden, damit erkannte Probleme auch tats\u00e4chlich bearbeitet werden? Wie wird dokumentiert? Wer entscheidet \u00fcber Ma\u00dfnahmen? Und wann wird \u00fcberpr\u00fcft, ob eine Ver\u00e4nderung gewirkt hat?<\/p>\n<p>Das klingt organisatorisch. Genau deshalb ist es wichtig. In-situ-Simulation entfaltet ihren vollen Nutzen nicht als isolierter Trainingstag, sondern als Teil eines laufenden Sicherheits- und Verbesserungsprozesses.<sup class=\"fn\"><a href=\"#quelle-7\">[7]<\/a><\/sup><\/p>\n<h2>Aufwand und Nutzen<\/h2>\n<p>Ein h\u00e4ufiger Einwand: In-situ-Simulation sei organisatorisch schwieriger, weil sie in laufende Abl\u00e4ufe eingreift.<\/p>\n<p>Teilweise stimmt das. In-situ-Simulation braucht Abstimmung, realistische Szenarien, erfahrene Facilitatorinnen und Facilitatoren und ein klares Sicherheitskonzept. Gleichzeitig spart sie an anderer Stelle: Teams m\u00fcssen nicht an externe Orte reisen, reale Schnittstellen werden direkt einbezogen, erkannte Probleme betreffen unmittelbar den eigenen Arbeitsbereich.<sup class=\"fn\"><a href=\"#quelle-1\">[1]<\/a><\/sup><\/p>\n<p>In-situ-Simulation ist nicht immer bequemer. Aber sie ist h\u00e4ufig n\u00e4her am Problem, das gel\u00f6st werden soll. Und N\u00e4he zum Problem ist in der Patientensicherheit viel wert.<\/p>\n<p>Wie oft Teams trainieren sollten und welches Modell die aktuelle Evidenz empfiehlt, beschreibt unser Artikel <a href=\"https:\/\/www.med-sta.at\/notfallteam-training-frequenz\/\">Wie oft sollte ein Notfallteam trainieren?<\/a>.<\/p>\n<h2>Fazit<\/h2>\n<p>In-situ-Simulation ist nicht deshalb wirksam, weil sie spektakul\u00e4rer w\u00e4re. Sie ist wirksam, weil sie die L\u00fccke zwischen Training und Versorgung verkleinert.<sup class=\"fn\"><a href=\"#quelle-2\">[2]<\/a><\/sup><\/p>\n<p>Sie zeigt, wie Teams unter realen Bedingungen handeln. Sie macht sichtbar, ob Material, R\u00e4ume, Alarmierung, Rollen und Kommunikation zusammenpassen. Sie deckt Schwachstellen auf, die in Kursr\u00e4umen verborgen bleiben.<sup class=\"fn\"><a href=\"#quelle-3\">[3]<\/a><\/sup><\/p>\n<p>Das Simulationszentrum bleibt wichtig \u2014 f\u00fcr standardisierte Ausbildung, technische Fertigkeiten, gesch\u00fctzte Lernumgebungen. Aber wenn es darum geht, reale Abl\u00e4ufe und konkrete Sicherheitsrisiken zu verbessern, ist In-situ-Simulation h\u00e4ufig der direktere Weg.<sup class=\"fn\"><a href=\"#quelle-2\">[2]<\/a><\/sup><\/p>\n<p>Die Frage ist nicht: Simulationszentrum oder In-situ? Die Frage ist: Welches Problem wollen wir l\u00f6sen \u2014 und welches Setting bringt uns diesem Problem am n\u00e4chsten?<\/p>\n<h2>Bezug zu Med-STA<\/h2>\n<p>Med-STA setzt Simulation dort ein, wo sie im Alltag wirken soll: direkt in der Arbeitsumgebung von Kliniken, Ordinationen, Prim\u00e4rversorgungseinheiten und Rettungsdiensten. Der Schwerpunkt liegt auf realen Abl\u00e4ufen, Teamarbeit, Human Factors, Debriefing und umsetzbaren Verbesserungen \u2014 nicht auf Showeffekten.<\/p>\n<p>Je nach Zielsetzung kann In-situ-Simulation als Training, als Systemcheck oder als Ausgangspunkt f\u00fcr <a href=\"https:\/\/www.med-sta.at\/consulting-und-prozessentwicklung\/\">Prozessentwicklung<\/a> dienen. In Kombination mit Debriefing, <a href=\"https:\/\/www.med-sta.at\/simlean360\/\">SimLean360\u00b0<\/a> oder <a href=\"https:\/\/www.med-sta.at\/consulting-und-prozessentwicklung\/\">Consulting<\/a> kann aus einem Training ein konkreter Verbesserungsprozess werden. Wie Lean und Simulation im Krankenhaus zusammenwirken, beschreibt unser Artikel <a href=\"https:\/\/www.med-sta.at\/lean-krankenhaus-simulation\/\">Lean im Krankenhaus \u2013 warum Simulation der fehlende Baustein ist<\/a>.<br \/>\nWie das konkret in der Ordination aussieht, zeigt unser Artikel <a href=\"https:\/\/www.med-sta.at\/notfall-ordination-vorbereitung\/\">Der Notfall in der Ordination: Warum Vorbereitung wichtiger ist als Routine<\/a>.<\/p>\n<h2>Quellen<\/h2>\n<ol class=\"quellen\">\n<li id=\"quelle-1\">S\u00f8rensen JL, \u00d8stergaard D, LeBlanc V, et al. Design of simulation-based medical education and advantages and disadvantages of in situ simulation versus off-site simulation. <em>BMC Medical Education<\/em>. 2017;17:20. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1186\/s12909-016-0838-3\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">doi:10.1186\/s12909-016-0838-3<\/a><\/li>\n<li id=\"quelle-2\">Calhoun AW, Cook DA, Genova G, et al. Educational and Patient Care Impacts of In Situ Simulation in Healthcare: A Systematic Review. <em>Simulation in Healthcare<\/em>. 2024;19(1S):S23\u2013S31. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1097\/SIH.0000000000000773\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">doi:10.1097\/SIH.0000000000000773<\/a><\/li>\n<li id=\"quelle-3\">Fent G, Blythe J, Farooq O, Purva M. In situ simulation as a tool for patient safety: a systematic review identifying how it is used and its effectiveness. <em>BMJ Simulation &amp; Technology Enhanced Learning<\/em>. 2015;1(3):103\u2013110. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1136\/bmjstel-2015-000065\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">doi:10.1136\/bmjstel-2015-000065<\/a><\/li>\n<li id=\"quelle-4\">Goldshtein D, Krensky C, Doshi S, Perelman VS. In situ simulation and its effects on patient outcomes: a systematic review. <em>BMJ Simulation &amp; Technology Enhanced Learning<\/em>. 2020;6:3\u20139. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1136\/bmjstel-2018-000387\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">doi:10.1136\/bmjstel-2018-000387<\/a><\/li>\n<li id=\"quelle-5\">S\u00f8rensen JL, van der Vleuten C, Rosth\u00f8j S, et al. Simulation-based multiprofessional obstetric anaesthesia training conducted in situ versus off-site leads to similar individual and team outcomes: a randomised educational trial. <em>BMJ Open<\/em>. 2015;5:e008344. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1136\/bmjopen-2015-008344\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">doi:10.1136\/bmjopen-2015-008344<\/a><\/li>\n<li id=\"quelle-6\">S\u00f8rensen JL, Navne LE, Martin HM, et al. Clarifying the learning experiences of healthcare professionals with in situ and off-site simulation-based medical education: a qualitative study. <em>BMJ Open<\/em>. 2015;5:e008345. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1136\/bmjopen-2015-008345\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">doi:10.1136\/bmjopen-2015-008345<\/a><\/li>\n<li id=\"quelle-7\">Diaz-Navarro C, Armstrong R, Charnetski M, et al. Global consensus statement on simulation-based practice in healthcare. <em>Advances in Simulation<\/em>. 2024;9:19. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1186\/s41077-024-00288-1\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">doi:10.1186\/s41077-024-00288-1<\/a><\/li>\n<li id=\"quelle-8\">Martin A, Cross S, Attoe C. The Use of in situ Simulation in Healthcare Education: Current Perspectives. <em>Advances in Medical Education and Practice<\/em>. 2020;11:893\u2013903. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.2147\/AMEP.S188258\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">doi:10.2147\/AMEP.S188258<\/a><\/li>\n<li id=\"quelle-9\">INACSL Standards Committee. Healthcare Simulation Standards of Best Practice. International Nursing Association for Clinical Simulation and Learning. <a href=\"https:\/\/www.inacsl.org\/healthcare-simulation-standards\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">inacsl.org<\/a><\/li>\n<li id=\"quelle-10\">Lounsbury O, Tomlinson A, Wakeling J, Bowie P, Higham H. The use of healthcare simulation to identify and address latent safety threats: a scoping review. <em>Frontiers in Health Services<\/em>. 2025;5:1682629. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.3389\/frhs.2025.1682629\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">doi:10.3389\/frhs.2025.1682629<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In-situ simulation brings training to the clinical workplace. This article compares it with simulation centre training and discusses when each approach may be most useful.<\/p>","protected":false},"author":1,"featured_media":2022,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[14],"tags":[28,21,27,26,25,22,23,24],"class_list":["post-2021","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-simulation","tag-debriefing","tag-in-situ-simulation","tag-latente-sicherheitsrisiken","tag-nichttechnische-fertigkeiten","tag-patientensicherheit","tag-simulationstraining","tag-simulationszentrum","tag-teamtraining"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.med-sta.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2021","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.med-sta.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.med-sta.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.med-sta.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.med-sta.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2021"}],"version-history":[{"count":9,"href":"https:\/\/www.med-sta.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2021\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2329,"href":"https:\/\/www.med-sta.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2021\/revisions\/2329"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.med-sta.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/2022"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.med-sta.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2021"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.med-sta.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2021"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.med-sta.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2021"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}